Der Römerbrief sagt ja, man kann (Röm 1,19). Paulus klagt die sogar an, die im Blick auf die Welt nicht erkennen, dass sie einen Schöpfer hat.
Die große Kirchenversammlung Ende des neunzehnten Jahrhunderts hat ebenfalls verkündet, man könne mit den Mitteln der Vernunft erkennen, dass es Gott gebe.
Der heilige Thomas legt mit seinen fünf Wegen hin zur Gotteserkenntnis nahe, dass es Gott eigentlich geben müsse. Ebenso hatte Aristoteles in seinen Büchern, lange vor Christus geschlossen, dass wir ohne ein letztes Fundament gar nicht von wirklicher Wahrheit sprechen können.
Das alles sind, bei aller Klarheit und Wahrheit, Argumente für das Denken und Erkennen. Aus diesem heraus können wir ganz sicher tiefe Einsichten gewinnen und starke Sicherheiten.
Da gibt es jedoch noch einen anderen Zugang, der irgendwie umgekehrt geht. Unsere Oma ist vielleicht das schönste Beispiel. Großmutter hatte viele Kinder, einen großen Bauernhof und eine lebendige Nachbarschaft in ihrem westfälischen Dorf. Sie lebte in den schweren Zeiten um die großen Kriege und hatte viele Sorgen, wirkliche Nöte und ein schweres Los. Zudem hatte sie keine Bildung genießen können.
Ihre Kinder erzählen heute einmütig, wie sie jeden Morgen vor sechs in der Frühe die Tiere versorgen musste. Alle Kinder erinnern sich an ein einziges Lied, dass sie immer vor sich hin gesungen hat: „Maria zu lieben ist allzeit mein Sinn“. Kaum etwas ist in den Herzen ihrer Kinder so hängen geblieben, wie dieses Lied in Verbindung mit der Großmutter. Voller Rührung wurde dieses Lied dann zur heiligen Kommunion bei ihrer Beerdigung gefeiert.
Eins wird sicher sein: Die Glaubenssicherheit unserer Oma spricht jeden theoretischen Athesismus Hohn. Ein Pfarrer sagte dazu: Solche Leute haben in ihrem kleinen Zeh mehr Theologie als alle möglichen gebildeten Theologen und Philosophen zusammen.
Es gibt ein sicheres und wirkliches Glaubenswissen aus der schlichten Berührung mit Gott in den Sakramenten.





