Start Glauben Fragen zum Glauben Gott immer zuerst!

Gott immer zuerst!

gebetfpDich wird es vielleicht nicht wundern, wenn ich hier den Grundsatz „Gott immer zuerst“ verteidige. Du bist ja noch nicht so lange ein Christ und somit ein unbefangener Beginner im christlichen Leben.

Das bedeutet, Du weißt noch nicht, welchen Streit es schon um diesen Grundsatz gegeben hat. Später werde ich sicher mehr davon erzählen. Als ganzes lautet der Satz: „Gott immer zuerst und dann erst kommt der Mensch.“ Dieser Satz galt durch viele Jahrhunderte als schlichte Selbstverständlichkeit.

Selbstverständlichkeiten sind die Dinge, die sich von selbst verstehen. Was sich von selbst versteht, das muss nicht erklärt werden. Selbstverständlichkeiten muss man also nicht diskutieren. Viele Selbstverständlichkeiten müssen sogar nicht nur nicht diskutiert, werden, sondern dürfen oft auch gar nicht in eine Diskussion gezogen werden. Denn sobald man es tut, hören die Selbstverständlichkeiten nämlich auf, sich von selbst zu verstehen, weil da was in Zweifel gezogen wurde. Das verunsichert, und Verunsicherung ist nicht immer gut.

Nun lebt der Mensch davon, dass er einige Selbstverständlichkeiten hat, auf denen er bauen kann. Eine solche Selbstverständlichkeit ist zum Beispiel die Treue in der Liebe zu einem Freund.

Die Liebe eines Freundes müssen wir ihm glauben. Sobald wir sie in Zweifel ziehen und einer Diskussion unterwerfen, dann ist die Reinheit der Freundschaft dahin und es ist, als habe sie irgendwie ihre Jungfräulichkeit verloren.

Manche Dinge müssen sich von selbst verstehen und müssen als Selbstverständlichkeiten stehen bleiben und sogar geschützt werden. Ansonsten gehen sie kaputt und mit ihnen oft sehr wichtige Dinge für das Leben.

Eine solche Selbstverständlichkeit, die in Zweifel gezogen wurde, ist unser Grundsatz: „Gott immer zuerst, dann der Mensch.“
Jetzt erst einmal zum Grundsatz selbst. Nehmen wir als Beispiel, wie der Franziskanerorden entstand.

Nehmen wir an, Gottes Kirche habe zur Zeit des heiligen Franziskus von Assisi (wieder einmal) geschlingert zwischen der Treue zu Gott und der Versuchung, sich der Welt anzubiedern (was ich glaube). Nehmen wir weiter an, Gott habe deshalb in seiner ewig treuen Liebe zur untreuen Braut ein großes Interesse an der Gründung der Franziskaner gehabt (was ich auch glaube). Sie wurde dann ja auch eine Stoßtruppe, die vieles in Ordnung bringen konnte.

Wenn Gott was gründen will, beruft er meistens Menschen, mit denen er seine Gründung zur Welt und nach vorne bringen kann. So berief er also den heiligen Franziskus und die heilige Klara.
Nachdem beide eingewilligt hatten, beschenkte Gott sie mit einer großen Liebe zu der Gründung, die dann kommen sollte. Damit beide diesen großartigen Orden überhaupt gründen konnten, mussten sie nämlich feststehen, wie Felsen in der Brandung. Die Widerstände aus Kirche und Welt sind nämlich eine solche! Darauf kannst Du Dich verlassen.
Die Liebe ist immer die große Quelle, aus der alle Kraft zum Handeln fließt, schreibt unser Patron Thomas von Aquin.

Doch jetzt: Worauf hin diese Liebe? Was war es, was die beiden ganz besonders lieben mussten? Ich will es Dir sagen: Sie brauchten eine große Liebe genau zu der Sache, die sie zur Welt bringen sollten.

In jeder Krise, die beide oder sie einzeln schütteln würde, mussten sie sich aus der Liebe zur Sache nähren und aufrichten. Wie wenn ein Trainer müde Spieler aufmuntert und sie bittet, jetzt noch mal ganz besonders an das Wohl ihres Vereins zu denken, so musste es eine besondere Liebe zum Werk Gottes geben, aus der man Kraft wie aus einem Schatz schöpfen kann.

Was wäre aber gewesen, wenn zum Beispiel die Liebe der Klara zu ihrem Franz auf einmal stärker geworden wäre als die Liebe zum Franziskanerorden? Dann hätte ihr Herz immer zuerst ihren Franz gewählt, was an sich ja völlig normal und in Ordnung ist. Gott wollte in dieser besonderen Berufung aber doch so gern den Orden für seine verwundete Kirche! Es wäre ebenso gut nichts aus dem Orden geworden, wenn Franziskus eine größere Liebe zu seinem alten Leben als Sohn eines Tuchhändlers entwickelt hätte als zum Leben in der Armut des Ordens. Auch dann hätte die Gründung ihre Krisen nicht überstanden. Die gemeinsame Liebe zur Sache musste beide verbinden und einen. Diese Liebe hatte ihnen zur Pflicht gemacht, mit wachsamen Augen zu beobachten, ob und wie diese gemeinsame Liebe in Gefahr kommen würde.

Eine Sache müssen wir zum Ende hin noch sehen. Die Liebe zu einer Sache hat als Wurzel immer die Liebe zu einem Jemand. Ganz gleich, was es für Sachen sind: Sachen als Hauptziel lieben, kann in sich nie ganz gesund sein. Hinter jeder Sache steht nämlich ein Jemand. Liebst Du die Sache, nicht ihn, kann die Liebe nicht ganz gesund sein. "Einfach nur Sachen", ist zu wenig, denn im Letzten dienen sie immer Gott und den Menschen. Auf sie muss alle Liebe letztlich gehen.

Hinter der Sache des Ordens der Franziskaner stand und steht Gott, höchst persönlich. So hat sich das Herz des Franziskus als erstes und für immer in Liebe zu Gott entzündet. Nach allem, was wir jetzt gesagt haben; Ich glaube fest, dass der heilige Franziskus seinen Orden zu allererst aus Liebe zu Gott gegründet hat, dann erst aus Liebe zu den Menschen.

In dieser Liebe zu Gott konnte dann seine herrliche Menschenliebe wachsen. Das allerdings stets nach dem Grundsatz: „Ich liebe Dich so sehr, mein Gott, dass ich alles, was Du liebst, automatisch mit liebe. Ganz ehrlich, ganz aufrichtig, ganz ungeteilt und echt, denn die Liebe wächst, wenn man sie teilt.“

Das zunächst zu unserem Grundsatz. Die Menschen kommen niemals zu kurz, wenn Gott an erster Stelle steht. Denn Gott liebt seine Kinder und alle wirkliche Liebe ist aus ihm.

Ein geistliches Leben führen heißt gute Gewohnheiten haben.

 
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Braucht die Welt das Böse?

Manche sagen das. Manche sagen, man könne das Gute erst genießen, wenn man die Schattenseiten kennt. Dafür spricht manches. Einen Schluck kühlen Wassers kann wohl erst der richtig schätzen, der eine trockene Kehle kennt.  Auf den ersten Blick liegt also nahe, dass es böse Dinge braucht, damit wir die guten schätzen. Der Kirchenlehrer Augustinus bezweifelt das. Er schreibt, man bräuchte nicht krank gewesen sein, um seine Gesundheit zu schätzen.

 

Das Priesteramt ist kein Beruf

Wie gesehen, ist es kein Argument zu sagen, die katholischen Priester sollten heiraten, weil die evangelischen Geistlichen es doch auch tun. Die evangelischen Geistlichen sind keine Priester. Die katholischen aber leben ehelos um des Priesteramtes willen. Der Vergleich passt so also nicht. Hier sagen manche, das tue er doch. Weil das Priesteramt ein Beruf sei, wie das Amt des evangelischen Geistlichen auch. Ob jemand nicht heiratet, weil er an einer Schiffswerft arbeitet oder ob er es lässt, weil er Landwirt ist; was macht das für einen Unterschied?

 

Der 15. August. Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel


Der fünfzehnte August ist für die gesamte katholische Weltkirche ein hoher Feiertag, ein Hochfest in Weiß. Der Papst hatte sich jahrelang in allen Diözesen der Welt erkundigt, ob es wirklich zum Glaubensgut der katholischen Kirche gehöre. Dann verkündete er am ersten November 1950 als verbindliches Dogma, dass Gott die Mutter Jesu nach Vollendung ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hat.
Die Ostkirche feiert das Fest bereits seit über anderthalb Jahrtausenden. In der westlichen katholischen Kirche ist es bereits seit dem siebten Jahrhundert als Fest belegt.
Logisch gesehen ist das Fest der leiblichen Aufnahme eine Vollendung des Festes der Unbefleckten Empfängnis. Hier feiern wir die Neue Eva (Teile 27 und 29 unserer Reihe): Gott hatte Maria von Beginn ihres Daseins an ebenso rein und urteilsfähig erhalten, wie Eva gewesen war, als sie ihr Nein zur Freundschaft mit Gott gesprochen hatte. Das hatte Tod und Verwesung für die Menschen bedeutet.
Maria sprach ihr freies „Ja, an mir geschehe, was Du gesagt hast“ zu Gabriel, dem Engel, der sie in Gottes Namen fragte. Somit blieb sie die Eva, bis zum Schluss. Sie hatte nicht „verdient“, dass sie stürbe.
Paulus schreibt im Römerbrief, dass durch die Sünde des einen Menschen der Tod in die Welt kam, der wiederum alle Menschen erreichte, weil auch alle sündigen. (Röm 5,12) Die großen Kirchen im Osten und im Westen verkünden feierlich, dass Maria, die Mutter Jesu, um ihres Sohnes willen die eine große Ausnahme der gesamten Menschheitsgeschichte ist.
Das Verderben kam durch die Schwäche einer Frau in die Welt. Die Geschichte der Heilung durch Jesus sollte durch die Stärke einer Frau ihre Vorbereitung bekommen.
Deshalb ist Maria jetzt auch der „Prototyp“ der letzten Vollendung bei ihrem Sohn. Sie ist jetzt schon ganz und gar, was alle Erlösten einmal sein werden: Mit Leib und Seele bei Gott, bei Ihrem Sohn und allen Geliebten.




 

Der Menschensohn

Wir haben einen ersten Blick ans Kreuz getan. Wer aber war Jesus eigentlich? Wer war der, der da vor zwei Jahrtausenden so grausam starb und sagte, er habe es für uns getan? Wenn wir als Christen reden, müssen wir eigentlich anders sprechen. Wir sollten eigentlich fragen, wer Christus ist, nicht wer er war. Jesus ist ja nicht tot!

 

Der Morgenmuffel

Das Wort sagt es schon: Der Morgenmuffel muffelt vorzugsweise morgens, ich weiß das alles aus eigener Erfahrung. Der Morgenmuffel ist jemand, der nur des morgens von schlechter Laune geplagt wird und sein Hauptkennzeichen ist die Ungerechtigkeit. Nachmittags bittet er um Verzeihung, für das, was er morgens (wieder mal) zuwege gebracht hat.

 

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