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Wie konkret muss unser Glaube sein?

stegUnser Thema, stößt mehr, viel mehr an, als es zunächst vermuten läßt. Was heißt eigentlich konkret? Vielleicht würde jemand “greifbar” meinen. Oder jemand meint, wenn er “jetzt aber mal konkret, bitte” sagt, dass endlich etwas Handfest herauskommen soll, nicht nur Geistiges, Gedachtes.
Genauer beim Wort genommen heißt konkret weder geistig, noch greifbar, sondern - was überraschen wird - beides, gerade beides zusammen.
Von der lateinischen Wurzel her heißt konkret, dass etwas zusammen gewachsen ist. So entstand das alte Wort, so haben es die Alten auch gemeint. Und die Alten dachten auch anders als wir, nämlich das zwei mehr sind als eines.

Wenn wir sagen, das Konkrete sei besser, so meinen wir, das Geistige sei nichts nütze, das Greifbare habe Wert. Wenn die antiken oder mittelalterlichen Menschen sagten, das Konkrete sei mehr wert, dann meinten sie das, was beides hat.
Man glaubte eben nicht, dass man das eine immer gleich wegwerfen muß, wenn man das andere haben will.

Wir verachten den Theoretiker und schätzen den praktischen Menschen. Die Alten freuten sich am meisten, wenn der Praktiker sich auch mit der Theorie auskannte. Eine Alternative, die wir uns offenbar gar nicht mehr zutrauen.
Ein Bild dazu.

In ihrer Liebe, in Ordnungen zu denken, teilten die Alten die Welt in vier überschaubare Klassen ein.
Die erste, von unten gesehen, waren die unbelebten Dinge, der Stein zum Beispiel.
Eine Klasse darüber, also in der zweiten von unten, folgten die Pflanzen.
Die dritte waren die Tiere und die vierte, das waren die Engel.

Man wird fragen, wo denn da der Mensch bleibt. Bevor wir sehen, wo der seinen Platz hat, muß gesagt werden, worin sich die Klassen unterschieden.
Das Entscheidende ist die Eigenständigkeit vom eigenen Inneren her, oder moderner gesagt, die Freiheit.

Der Stein kann nichts, wenigstens nicht aus sich selbst heraus. Er bleibt bis zum Ende der Welt am selben Ort liegen, wenn ihn niemand anstößt und bewegt.
Die Pflanze kann zwar auch nicht laufen, aber sie kann schon von innen heraus wachsen, wenn sie von außen versorgt wird. 
Das Tier kann schon selbst rennen, es kann wählen und verfügt schon über ein gewisses Erinnerungsvermögen.
Richtig frei ist aber erst der Engel. Der hat keinen Körper und ist deshalb auch an nichts Körperliches gebunden. Nichts ist da, was ihn von außen halten könnte, deshalb ist er ganz frei und ganz aus seiner eigenen Innerlichkeit bestimmt. Freiheit hat mit innerer Stärke zu tun. So die Alten.

Bleibt jetzt die Frage, wo denn der Mensch dabei zu finden ist. Die Antwort verblüfft: Der Mensch ordnet sich in keine dieser Klassen ein, sondern bildet die Klammer aus ihnen. Der Mensch ist das einzige aller Wesen, das von allen etwas hat.
Die Erdverbundenheit gemeinsam mit den Steinen, Verdauung mit der Pflanze, Instinkte hat er wie das Tier und den Verstand hat er mit dem Engel gemeinsam.

“Die Gedanken sind frei...” ist ein Text aus der Zeit der Aufklärung, das Wissen ist über zweitausend Jahre älter.
Der Mensch ist also das Konkrete, das Zusammengewachsene aus all dem.
Das erklärt die Frage, warum Gott Mensch, und nicht Engel wurde; kam doch die Sünde gar nicht vom Menschen, sondern vom Engel, der frei gewesen und gefallen war.
Als Gott Mensch wurde, begab Er sich dorthin, wo die Fäden zusammenliefen, ins Konkrete. Dahin, von wo aus Er alles mit erlösen konnte. Daher die Meinung der Alten, von denen heute kaum jemand etwas lernen möchte: Gott hat eine Vorliebe für das Konkrete! So sei auch unser Glaube!

Hören wir niemals auf, die Güte des Vaters zu bedenken. In schweren Zeiten gibt es nichts Wichtigeres, als es in guten Zeiten meditiert zu haben. Unser Vater kann nicht aufhören, unser guter Vater zu sein.

 
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Interessant

Braucht die Welt das Böse?

Manche sagen das. Manche sagen, man könne das Gute erst genießen, wenn man die Schattenseiten kennt. Dafür spricht manches. Einen Schluck kühlen Wassers kann wohl erst der richtig schätzen, der eine trockene Kehle kennt.  Auf den ersten Blick liegt also nahe, dass es böse Dinge braucht, damit wir die guten schätzen. Der Kirchenlehrer Augustinus bezweifelt das. Er schreibt, man bräuchte nicht krank gewesen sein, um seine Gesundheit zu schätzen.

 

Das Priesteramt ist kein Beruf

Wie gesehen, ist es kein Argument zu sagen, die katholischen Priester sollten heiraten, weil die evangelischen Geistlichen es doch auch tun. Die evangelischen Geistlichen sind keine Priester. Die katholischen aber leben ehelos um des Priesteramtes willen. Der Vergleich passt so also nicht. Hier sagen manche, das tue er doch. Weil das Priesteramt ein Beruf sei, wie das Amt des evangelischen Geistlichen auch. Ob jemand nicht heiratet, weil er an einer Schiffswerft arbeitet oder ob er es lässt, weil er Landwirt ist; was macht das für einen Unterschied?

 

Der 15. August. Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel


Der fünfzehnte August ist für die gesamte katholische Weltkirche ein hoher Feiertag, ein Hochfest in Weiß. Der Papst hatte sich jahrelang in allen Diözesen der Welt erkundigt, ob es wirklich zum Glaubensgut der katholischen Kirche gehöre. Dann verkündete er am ersten November 1950 als verbindliches Dogma, dass Gott die Mutter Jesu nach Vollendung ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hat.
Die Ostkirche feiert das Fest bereits seit über anderthalb Jahrtausenden. In der westlichen katholischen Kirche ist es bereits seit dem siebten Jahrhundert als Fest belegt.
Logisch gesehen ist das Fest der leiblichen Aufnahme eine Vollendung des Festes der Unbefleckten Empfängnis. Hier feiern wir die Neue Eva (Teile 27 und 29 unserer Reihe): Gott hatte Maria von Beginn ihres Daseins an ebenso rein und urteilsfähig erhalten, wie Eva gewesen war, als sie ihr Nein zur Freundschaft mit Gott gesprochen hatte. Das hatte Tod und Verwesung für die Menschen bedeutet.
Maria sprach ihr freies „Ja, an mir geschehe, was Du gesagt hast“ zu Gabriel, dem Engel, der sie in Gottes Namen fragte. Somit blieb sie die Eva, bis zum Schluss. Sie hatte nicht „verdient“, dass sie stürbe.
Paulus schreibt im Römerbrief, dass durch die Sünde des einen Menschen der Tod in die Welt kam, der wiederum alle Menschen erreichte, weil auch alle sündigen. (Röm 5,12) Die großen Kirchen im Osten und im Westen verkünden feierlich, dass Maria, die Mutter Jesu, um ihres Sohnes willen die eine große Ausnahme der gesamten Menschheitsgeschichte ist.
Das Verderben kam durch die Schwäche einer Frau in die Welt. Die Geschichte der Heilung durch Jesus sollte durch die Stärke einer Frau ihre Vorbereitung bekommen.
Deshalb ist Maria jetzt auch der „Prototyp“ der letzten Vollendung bei ihrem Sohn. Sie ist jetzt schon ganz und gar, was alle Erlösten einmal sein werden: Mit Leib und Seele bei Gott, bei Ihrem Sohn und allen Geliebten.




 

Der Menschensohn

Wir haben einen ersten Blick ans Kreuz getan. Wer aber war Jesus eigentlich? Wer war der, der da vor zwei Jahrtausenden so grausam starb und sagte, er habe es für uns getan? Wenn wir als Christen reden, müssen wir eigentlich anders sprechen. Wir sollten eigentlich fragen, wer Christus ist, nicht wer er war. Jesus ist ja nicht tot!

 

Der Morgenmuffel

Das Wort sagt es schon: Der Morgenmuffel muffelt vorzugsweise morgens, ich weiß das alles aus eigener Erfahrung. Der Morgenmuffel ist jemand, der nur des morgens von schlechter Laune geplagt wird und sein Hauptkennzeichen ist die Ungerechtigkeit. Nachmittags bittet er um Verzeihung, für das, was er morgens (wieder mal) zuwege gebracht hat.

 

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